
Die Arbeit des Fachbereichs Ethik ist bewusst interdisziplinär ausgerichtet – im Gespräch mit Philosophie, Rechtswissenschaft und weiteren Kulturwissenschaften sowie im Dialog mit Kirche und gesellschaftlicher Öffentlichkeit.
Theologische Ethik wird in Basel im Kontext einer systematisch‐theologischen Theorie des neuzeitlichen Christentums betrieben. Diese geht davon aus, dass sich das Christentum der Gegenwart in eine Fülle von kommunitären und individuellen Lebensformen ausdifferenziert hat, die angesichts der rapiden Veränderungsprozesse moderner Gesellschaften einen entsprechend vielseitigen Bedarf an ethischer Orientierung bedingen. Die Deutungsperspektive enthält ausserdem die Annahme, dass christliche Antriebe und Motive der Lebensdeutung und Gesellschaftsgestaltung auch vielfach in die allgemeine Kultur Eingang gefunden haben (z.B. Verfassungsrecht, Bildungswesen etc.). Schliesslich impliziert sie, dass moderne Gesellschaften aufgrund ihres konflikthaft‐antagonistischen Charakters einen hohen Bedarf an ethischer Reflexion und Orientierung aufweisen, der aus „säkularen“ Ressourcen allein nicht zu decken ist. Eine vor diesem Hintergrund betriebene theologische Ethik ist in hohem Masse kontextualitätsbewusst, aber auch kooperationsorientiert. Denn sie ist sich darüber im Klaren, dass sie ihre Aufgabe nur im Zusammenspiel mit allen anderen theologischen Disziplinen, darüber hinaus aber auch mit zahlreichen nichttheologischen Wissenschaften (besonders Philosophie, Religionswissenschaft, aber auch sonstigen Kulturwissenschaften und Jurisprudenz), verfolgen kann. In besonderem Masse ist sie auf die Kooperation mit nichttheologischen Bereichsethiken angewiesen. Im Aktivitätsprofil der Professur schlägt sich diese Gesamtperspektivierung folgendermassen nieder:
Grosses Gewicht liegt auf dem grundlagentheoretischen Bereich einer theologischen Theorie des neuzeitlichen Christentums in reformiert‐protestantischer Perspektive. Besonderes Augenmerk wendet sie dabei der Auseinandersetzung mit der Theologie Karl Barths zu.
In der materialen Ethik liegen Forschungsschwerpunkte in der Bio‐ und Wirtschaftsethik sowie in der politischen Ethik. Eine ideale Plattform für eine im beschriebenen Sinne vernetzte theologische Ethik bietet das Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP). Die Vernetzung mit den anderen theologischen Disziplinen wird insbesondere durch gemeinsame Lehrveranstaltungen aber auch in Forschungsprojekten und Publikationsvorhaben gesucht.
Die Ethikprofessur ist bemüht, den Schweizer reformierten Kirchen und einer gesellschaftlichen Öffentlichkeit in den schwierigen Verständigungs‐ und Umstellungsprozessen der Gegenwart mit ethischen Reflexionsangeboten zur Seite zu stehen.
| Hauptamtliche Professor Prof. Dr. Georg Pfleiderer Professor für Systematische Theolgie / Ethik |
| Privatdozent PD Dr. Harald Matern |
| Assistenz / Doc / Post-Doc Ruben Cadonau Dr. Anne Louise Nielsen Julia Rau Alexander Tontsch Jeong-Hyuk Kim |
| Lehrbeauftragte Dr. Stephan Feldhaus |
| Hilfsassistenz Jean-Luc Walker |
Emeritierte Professorinnen und Professoren Prof. Dr. Christoph Stückelberger |
Zur Zeit liegen keine aktuellen Ereignisse vor.
Universität Basel
Theologische Fakultät
Fachbereich Systematische Theologie / Ethik
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