
In Basel wird theologische Ethik im Rahmen einer systematisch-theologischen Theorie des neuzeitlichen Christentums betrieben. Diese berücksichtigt, dass sich das heutige Christentum in vielfältige gemeinschaftliche und individuelle Lebensformen ausdifferenziert hat, die einen breiten Bedarf an ethischer Orientierung erzeugen. Zugleich wird angenommen, dass christliche Motive die allgemeine Kultur und gesellschaftliche Ordnung wesentlich mitgeprägt haben. Moderne Gesellschaften gelten zudem als konfliktreich und daher auf intensive ethische Reflexion angewiesen, die nicht allein aus säkularen Ressourcen gewonnen werden kann. Vor diesem Hintergrund ist die theologische Ethik stark kontextbewusst ausgerichtet. Gleichzeitig versteht sie sich als kooperationsorientiert. Sie verfolgt ihre Aufgabe im Zusammenspiel mit anderen theologischen Disziplinen sowie mit nichttheologischen Wissenschaften wie Philosophie, Religionswissenschaft, Kulturwissenschaften und Jurisprudenz.
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